Fund in Mecklenbeck aus Kriegstagen

Was passiert mit der Splitterschutzzelle?

09.07.2021 | Münster-Mecklenbeck

„Bei Baggerarbeiten“, so CDU-Ratsherr Peter Wolfgarten in einer Pressemeldung, „am ehemaligen Bahnhof Mecklenbeck in der Nähe des Bahnüberganges, wurde im Zuge des Ausbaus der verlegten Heroldstraße eine sogenannte Splitterschutzzelle aus dem 2. Weltkrieg gefunden.“.

Das von Ratsherrn Peter Wolfgarten informierte Denkmalamt stellt in einem Kurzgutachten fest: „Die gefundene Zelle ist der dritte bekannte Vertreter der Bauart Westermann auf dem Gebiet der Stadt Münster. Alle drei Objekte stehen im Zusammenhang mit Reichsbahnanlagen. Der Zweck des 1,50 m breiten und 2,80 m hohen Stahlbetonkörpers war, einer bis zwei Personen Schutz während eines Luftangriffes zu bieten. Von ihrem Standort zwischen dem Bahnübergang und dem seit längerer Zeit schon abgerissenen Bahnwärterhauses war die Beobachtung des westlichen Bahnhofsbereichs möglich. Im Ernstfall – einem Bombentreffer im Gleisfeld oder anderen Schäden – sollte der in der Splitterschutzzelle postierte Reichsbahnmitarbeiter Schadensbekämpfungstrupps benachrichtigen oder auch selbst tätig werden“.

Die 5,8 Tonnen schwere Splitterschutzzelle besteht aus drei Betonfertigteilen (Boden, Mittelstück, Decke) und einer Betontür, wodurch ein Bewegen der einzelnen Teile besser möglich war. Am Bestimmungsort wurden dann die Sektionen mittels Stahlstäben und Betonmörtel zusammengesetzt.

Die gute Bauausführung der Zelle deutet darauf hin, dass es sich um eine frühe Ausführung handeln dürfte. Das Fabrikschild in der Tür ist leider komplett unleserlich, jedoch konnte aufgrund der Form das in Broistedt bei Braunschweig ansässige Betonwerk Westermann & Co als Hersteller ausgemacht werden.

CDU-Ratsherr Dr. Ulrich Möllenhoff wünscht sich, „dass das Fundstück als Gegenstand der Mahnung und Erinnerung an eine schlimme Zeit in Deutschland erhalten und an geeigneter Stelle ausgestellt wird. Durch diesen stummen Zeugen wird Geschichte unmittelbar vor unserer Haustür im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar“.

Zur Zeit macht man sich im Denkmalamt Gedanken, ob und wie der Bunker verwendet werden kann.