Nach Impfstop: Testen und öffnen jetzt!

CDU und DeHoGa fordern Modellversuch für Münster

16.03.2021, 09:26 Uhr
CDU-Chef Hendrik Grau und Hendrik Eggert (DeHoGa, v.l.) tauschten sich aus  Foto: CDU
CDU-Chef Hendrik Grau und Hendrik Eggert (DeHoGa, v.l.) tauschten sich aus Foto: CDU

Wie geht es weiter mit Münsters Gastronomie und Hotellerie? Darüber tauschten sich jetzt Münsters CDU-Vorsitzender Hendrik Grau und der Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbandes (DeHoGa), Hendrik Eggert, aus. Beide waren sich einig, dass jetzt schnellstmöglich eine kombinierte Strategie aus Öffnungen und Tests zur Anwendung kommen muss.

„Die Wirtschaft braucht ebenso wie die Menschen jetzt Perspektiven, nicht in zwei Monaten, nicht irgendwann im Spätsommer“, sagte Grau. Er erläuterte gegenüber Eggert in dem Gespräch seinen Vorschlag, in Münster einen Modellversuch nach Tübinger Vorbild zu unternehmen. Dieser sieht zwei kostenlose Testungen für jeden Bürger vor. Mit einem negativen Testergebnis stehen dann Einzelhandel, Kultur und Gastronomie offen – und zwar unabhängig von willkürlich gesetzten Inzidenzwerten. Ebenso gelte es Faktoren wie die Belegung der Intensivstationen zu berücksichtigen. „Außerdem müssen wir schauen, ob es sich um ein diffuses Infektionsgeschehen handelt oder – wie kürzlich in Coerde – um clusterartige, besser eingrenzbare Geschehen handelt.“ Das Infektionsgeschehen müsse immer individuell bewertet werden.

Eggert erinnerte daran, dass Gastronomie und Hotelgewerbe belastbare Hygienekonzepte vorgelegt hätten. „Die übrigens auch funktionieren, wie der letzte Sommer gezeigt hat.“ Die Geduld der Menschen sei am Ende. Eggert brachte es auf die Formel: „„Lieber getestet im Restaurant als ohne Test privat unterwegs! Mit einer gut organisierten Teststrategie sind auch mindestens Kurzurlaube in einheimischen Hotels wieder problemlos möglich. Wir müssen mal langsam erkennen, dass es bessere Alternativen als einen Langzeit-Lockdown gibt. Nicht nur wir sind äußerst unzufrieden, mittlerweile wird Deutschland aufgrund seiner naiven Pandemiestrategie weltweit bemitleidet!“

Grau und Eggert waren sich darin einig, dass die neue Nachverfolgungs-App „Luca“ ein wichtiger Schritt zu mehr Normalität sein könne. „Wir Gastronomen sind bereit und willens einen Modellversuch wie vorgeschlagen mitumzusetzen“, sagte Eggert. Jetzt sei es Aufgabe der Politik, dies zumindest möglich zu machen. Grau versprach, sich dafür einzusetzen.

Grau betonte, dass es nach dem Impfstop für AstraZeneca umso wichtiger sei, die Teststrategie massiv auszubauen. „Der Impfstoff war für einen Großteil der Impfungen in Münster vorgesehen. Wir müssen also jetzt also mit noch mehr Verzögerungen in der ohnehin desaströsen Impfkampagne rechnen.“ Deshalb brauche es eine Strategie des Viel-Testens. „Damit die Menschen freiwillig mitmachen, müssen wir ihnen aber auch eine Perspektive bieten, etwa durch den Zugang zur Gastronomie nach negativem Test.“