Wasserstoff als Energieträger der Zukunft für das Münsterland

Besuch Dr. Markus Pieper MdEP bei der CDU Münster

04.11.2022, 11:29 Uhr

Der Europaabgeordnete für das Münsterland, Markus Pieper, diskutierte mit der CDU Münster über die aktuelle Energiekrise. Der Experte für Energiepolitik betonte: „Nur mit Wasserstoff als Energieträger kann die Energiewende in Deutschland und Europa gelingen.“

Der Ukrainekrieg habe deutlich gemacht, dass Deutschland und Europa schnellstmöglich unabhängig von Russland werden müssten, um die Gas- und Stromversorgung sicherzustellen. Dazu müsse der Ausbau Erneuerbarer Energien in Europa weiter voranschreiten; auch um das Ziel von 45% regenerativer Energie bis 2030 in ganz Europa einzuhalten. Deutschland sei zwar bereits auf dem richtigen Weg dahin, europaweit jedoch müsse die EU noch besser koordinieren, um alle Mitgliedsstaaten zusammenzuhalten. Dass dies funktionieren könne, zeige sich zurzeit. „Dank der schnellen Koordinierung durch die EU in dieser Krise sind alle Mitgliedsstaaten mit ausreichend Gas für den kommenden Winter versorgt“, so Markus Pieper.

„Wasserstoff ist als Energieträger der Zukunft zentral zum Erreichen der Klimaziele in NRW und Europa“, ist Markus Pieper überzeugt. Insbesondere in der Schwerindustrie, die sich nicht elektrifizieren lässt, werde Wasserstoff fossile Energie ersetzen müssen. Gleichermaßen müsse Wasserstoff künftig fossile Kraftstoffe im Transportwesen bei Schwertransporten, Flugzeugen und Schiffen ersetzen. NRW sei prädestiniert dazu, eine Vorbildrolle in der europäischen Wasserstoff-Transformation einzunehmen. Das vorhandene Gasleitungs- und Speichernetz müsse zur Speicherung und Transport von Wasserstoff umgewidmet werden. Insbesondere seien in NRW und im Münsterland dazu grenzüberschreitende Projekte mit den Niederlanden, Belgien und nach Norddeutschland bestens möglich. Auch biete NRW als großer Hochschulstandort beste Chancen zum Technologietransfer zwischen Forschung und Industrie.


„Damit NRW Vorreiter in der Wasserstoffindustrie wird, braucht es jetzt von der EU und vom Bund unverzüglich Rahmenbedingungen, die einen schnellen und unbürokratischen Hochlauf der Wasserstoffproduktion „Made in NRW“ ermöglichen“, forderte der Europaabgeordnete. Zugleich werde NRW auf Wasserstoffimport aus dem Ausland angewiesen sein, weshalb Europa Importstrategien erarbeiten müsse, die auf Diversifizierung der Bezugsregionen und Nachhaltigkeit ausgerichtet sein sollten. Darüber hinaus müsse NRW in Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Wirtschaft eine Landesgesellschaft „WasserstoffNRW“ gründen und regionale Förderprogramme für Kommunen aufbauen, von denen auch das Münsterland profitieren könnte. In der Weiterentwicklung der Wasserstoffindustrie sei es von besonderer Wichtigkeit, dass alle Industriezweige, die Wissenschaft und die politischen Akteure auf kommunaler, nordrhein-westfälischer, Bundes- und Europaebene kooperieren.


Bei der CDU Münster fand der Europaabgeordnete Markus Pieper mit seinen Ausführungen zur Wasserstoffindustrie bei seinen Mitdiskutanten, der Landtagsabgeordneten Simone Wendland, dem Bundestagsabgeordneten Dr. Stefan Nacke und den anwesenden Kommunalpolitikern, also die richtige Zielgruppe, um das Bewusstsein für die wichtige Rolle des Rohstoffs Wasserstoff und die Zusammenarbeit über alle politischen Ebenen zu stärken.



Für weitere Informationen:

Markus Pieper MdEP, Tel. +32 2 284 7305