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22.11.2018, 14:37 Uhr | Ismet Nokta
Runder Tisch der CDU diskutiert Lösungsansätze im Ausland

Quelle: Bürgerhaus Bennohaus
Café Colibri - Rund 100 Gäste waren gekommen, um gemeinsam mit den ehemaligen Mitgliedern des Bundestages Ruprecht Polenz und Christoph Strässer, Dr. Jens Hellmann von der Forschungsinitiative „Psychological Aspects of Refugee Integration“ der WWU und Ismet Nokta, dem Leiter des Arbeitskreises und Ansprechpartner für Geflüchtete aus Syrien, dem Irak und der Türkei bei der Gesellschaft für bedrohte Völker e.V., die aktuelle Fluchtsituation in Regionen wie Afrika oder dem Mittleren und Nahen Osten aus politischer und ethischer Sicht zu beleuchten. Ruprecht Polenz, ehemaliger Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses, stellte sich erneut hinter die Entscheidung von Angela Merkel von 2015: „Es war richtig, die Grenzen nicht zu schließen“, so Polenz, „wir haben vieles bisher geschafft, auch wenn die Integration noch ein langer Weg ist.“ Polenz hob insbesondere hervor, dass die katastrophale Lage in vielen Herkunftsländern noch viele Jahre hinaus eine Rückkehr unmöglich macht. Ismet Nokta und Christoph Strässer berichteten dem Publikum über ihre Besuche in Flüchtlingslagern im Ausland, die zwar auf den ersten Blick keine Mängel vermuten ließen, über die jedoch im Gespräch mit den Geflüchteten verheerende Missstände offenbart wurden. „Die Menschen berichteten von Folter und Sklaverei, es herrschten absolut unmenschliche Verhältnisse“, so Nokta, der Flüchtlingsabkommen mit bestimmten Ländern kritisch sieht. Schließlich referierte Dr. Jens Hellmann über die psychischen Folgen von Flucht, die bis in die dritte Generation reichen können. Alle Beteiligten wünschten sich daher einen verstärkten Einsatz der Regierung „über die Grenzen hinaus“ im Einsatz für Menschenrechte und Entwicklungszusammenarbeit. „Eine zivilisierte Nation erkennt man daran, wie sie mit Minderheiten umgeht“, so Nokta, „und da müssen einige Länder noch viel lernen“.

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