Stadt und Land gemeinsam denken

NRW-Agrarministerin Ursula Heinen-Esser im Austausch mit CDU und LandwirtInnen

23.08.2020, 12:55 Uhr
Ministerin Ursula Heinen-Esser besuchte den Hof Oskamp in Nienberge-Häger / Foto: CDU/Ahmann & Schlieker
Ministerin Ursula Heinen-Esser besuchte den Hof Oskamp in Nienberge-Häger / Foto: CDU/Ahmann & Schlieker

Über 12.500 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche gibt es in Münster, 350 Betriebe und ihre Angestellten, über Versicherer wie die LVM, Provinzial oder Vermarkter wie Agravis hängen tausende Jobs an der Landwirtschaft. Wer Politik für Münster machen will, muss Stadt und Land gemeinsam denken. Deshalb traf sich NRW-Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser mit vielen Landwirten und Vertretern der CDU zum Austausch.

Voll besetzt waren die Reihen auf dem Hof Oskamp in Nienberge-Häger. „Eigentlich wären noch viel mehr gekommen. Aber die sind auf den Feldern, morgen soll es regnen“, sagte Hugo Hölken, Vorsitzender des 140 Mitglieder zählenden Agrarausschusses der CDU Münster. Er sagt das nebenbei, doch spricht es Bände: Die Landwirte in Münster sind Macher. Sie stellen die Ernährung sicher, produzieren erneuerbare Energie, sollen für regionale und nachhaltige Produkte sorgen, sind nebenbei die zentralen Träger von Biodiversität und pflegen die Kulturlandschaft. „Das Bewusstsein dafür kommt uns in den urbanen Kreisen oftmals deutlich zu kurz“, sagte Hendrik Grau, Vorsitzender der CDU Münster.

 

Ministerin Ursula Heinen-Esser verdeutlichte das Kern-Problem: „Wir müssen den Konflikt zwischen Verbrauchern und Erzeugern lösen.“ Es könne nicht sein, dass aus der städtischen Bevölkerung immer neue Anforderungen gestellt würden, aber gleichzeitig kaum jemand. bereit sei, dann auch höhere Preise zu zahlen. Ein Ansatzpunkt müsse hier sein, dass die Marktmacht der Discounter im Umgang mit den Landwirten nicht übermächtig werden dürfe. Gleichzeitig betonte sie, dass umgekehrt eine gute Ernährung nicht zu einer sozialen Frage werden dürfe. Auch hier heißt es: „Maß und Mitte finden, Verbraucher und Landwirte wieder zusammenführen.“

 

Oberbürgermeister Markus Lewe erinnerte vor den Teilnehmern, zu denen u.a. Sybille Benning (MdB), Stefan Nacke (MdL), die RatskandidatInnen Susanne Schulze Bockeloh, Meik Bruns, Tobias Jainta und Mechthild Neuhaus zählten, daran, dass das Thema „Flächenverbrauch“ ein brennendes sei. „Wir haben seit Generationen sieben große `grüne Finger`, die von der Innenstadt ins Umland reichen. Das macht die Stadt erst lebenswert, das sorgt für Frischluft, das ist gelebter Klimaschutz. Diese Höfe dürfen nicht durch immer mehr Ausgleichsflächenfraß zerstört werden. “ Man dürfe nicht zulassen, dass immer mehr Landwirte sich die Frage stellen müssten, ob es noch Sinn macht, den Hof weiterzuführen oder an die nächste Generation zu übergeben. „Manchmal muss man gerade die Innenstadtbewohner daran erinnern, dass Lebensmittel nicht als Manna vom Himmel fallen. Klimaschutz, Biodiversität und eine nachhaltige und sichere Ernährung haben weniger mit Öko-Bullerbü zu tun, als mit der harten Arbeit aller Landwirte – und zwar jeden Tag.“